Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters:
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Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters (KdiH)
Der Katalogs der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters beschreibt in seiner Gesamtheit sämtliche mittelalterlichen Handschriften
deutscher Sprache sowie deutsch-lateinische Mischhandschriften, die mit Illustrationen ausgestattet sind oder zur Illustration vorgesehene Bildlücken aufweisen,
und erfasst ergänzend illustrierte Inkunabeln und Postinkunabeln jener Texte und Stoffe, die auch in ihrer handschriftlichen Überlieferung Illustrationen
enthalten.
Der Katalog ordnet die Beschreibungsobjekte alphabetisch nach Stoffgruppen.
Konzeption
Der Plan einer Bestandsaufnahme sämtlicher deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters war eingebunden in die überlieferungsgeschichtlichen
Forschungsansätze seit den 1970er und 1980er Jahren, die nicht nur die Tradierung von Texten, sondern auch die ihrer Ikonographie mit einbezogen
und in deren Nachfolge die Wechselwirkungen der Medien Text und Bild als zentraler Aspekt der Gebrauchssituation von Literatur immer mehr Interesse fanden.
Der Katalog soll bereits in seiner Anlage den überlieferungsgeschichtlichen Zusammenhang zwischen Literatur und bildender Kunst durchschaubar machen.
Sein Ziel ist es, die Ikonographie bestimmter literarischer Stoffe und Stoffkreise
in deutscher Sprache systgematisch zu dokumentieren, die Rolle der Illustration im Literarisierungsprozess der Volkssprache zu verdeutlichen und die Wechselbeziehungen
zwischen Literatur und Bildkunst in der deutschsprachigen Kultur offen zu legen. Hierzu erfasst der Katalog Handschriften mit durchgängigen Bilderzyklen,
Titelminiaturen, Einzelbildern, historisierten Initialen, ggf. auch später hinzugefügten Zeichnungen und eingeklebten Holzschnitten und Kupferstichen,
ferner darüber hinaus solche, die nur Leerräume (mit oder ohne Beischriften) für nicht ausgeführte Miniaturen enthalten, da sie als “intendierte” bzw. “potentielle”
Bilderhandschriften für die Erforschung der aus der Text-Bild-Beziehung resultierenden Gebrauchssituation der Literatur relevant sind. Durch die Einbeziehung von
illustrierten Inkunabeln und Postinkunabeln, Blockbüchern und Einblattdrucken vermag er zudem hinzuweisen auf medienhistorische Zusammenhänge zwischen
manueller und manufakturieller Verbreitung von Texten und Bildern.
Der Katalog ist somit in der Lage, in Form einer Dokumentation ein Arbeitsinstrument für jede weitere Beschäftigung mit deutschsprachigen Bilderhandschriften
bereitzustellen, mit dem sich sowohl kunsthistorische, ikonographische und stilgeschichtliche als auch literaturwissenschaftlich-überlieferungsgeschichtliche Fragen beantworten
lassen.
Methode
Die erste Fassung der Handschriftenbeschreibungen entsteht in der Regel anhand von Mikrofilmen, Mikrofiches oder Digitalisaten; sämtliche Informationen, die auf dieser
Grundlage nicht zu gewinnen sind, werden anschließend durch Autopsie der Originale verifiziert. Die Arbeitsgruppe an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften verfügt
über ein umfangreiches Repro-Archiv, das vergleichende Studien ermöglicht, ferner über eine eigene Bibliothek, welche die wichtigsten Handbücher, Kataloge,
Texteditionen und Spezialliteratur zur Handschriftenillustration enthält. Die Ergebnisse werden im 'Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters'
publiziert; der 'Katalog' erscheint in Einzellieferungen, jede Lieferung enthält einen Abbildungsteil.
Erschienene Bände
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Band 1: 1. Johannes von Tepl, 'Der Ackermann aus Böhmen' - 11. Astrologie/Astronomie. München [1986-]1991.
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Band 2: 12. Barlaam und Josaphat - 20. Anton von Pforr, 'Buch der Beispiele der alten Weisen'. München [1993-]1996.
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Band 3, Lfg. 1-4: 21. Johann von Neumarkt, 'Buch der Liebkosungen' - 26. Chroniken. München [1998-]2002
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Band 5, Lfg. 1/2: 43. Gebetbücher
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Band 6, Lfg. 3/4: 51. Heiligenleben